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(1.6.2003)
Sieg
bei Silberreiher-Trophy im Team
Im
Rahmen des größten Extrem-Radausdauer-Events in Österreich,
der
"Silberreiher-Trophy", konnte unser Mixed-Team "2winners+2wifes"
(Marko und Irma Baloh, Brigitte Puttinger anstatt meiner Christiane,
und ich) den 12-Stunden-Bewerb in Form einer Staffel gewinnen.
Den Löwenanteil hatte Marko Baloh, der in 3 Wochen beim Race
Across America startet, und das als letzten speziellen Vorbereitungsschritt
ansah. Den ganzen Tag über war es meine Aufgabe ihn immer wieder
punktuell zu unterstützen (Windschatten, Verpflegung, Informationen).
Meine Stunde hat plötzlich geschlagen, als Marko sich bei einem
Unfall mit einem rücksichtslosen Autofahrer leicht verletzte,
er aber jedenfalls Radmaterial wechseln mußte. Die Verantwortung
lag nun bei mir.
Mir ging es überraschend gut. Denn obwohl ich überhaupt
nicht am Rad
trainiert hatte, schien sich der Körper sehr schnell an die
Belastungen und
Anforderungen zu "erinnern". Ich konnte das hohe Niveau
von Marko halten.
So mußten die beiden Frauen im Team erst gar nicht eingreifen.
Wir konnten
mit 475km in 12 Stunden tolle 40km/h fahren. Die letzten Kilometer
fuhren wir gemeinsam, in einen genialen Sonnenuntergang hinein.
Da wir in der Mixed-Klasse konkurrenzlos waren, siegten wir "sicherheitshalber"
sogar in der allgemeinen Klasse und ließen dabei
alle reinen Männer-Teams hinter uns.
Die
Königsdisziplin, den 24-Stunden-Einzelbewerb gewann übrigens
der Slowene Jure Robic mit 910km.
Damit ist er nach mir (2001 mit 949km) und Marko Baloh (2002 mit
907km) der dritte "Silberreiher-Trophy-Man". Auch Robic
startet in 3 Wochen beim Race Across America.
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(20.4.2003)
"Tausche
mein Buch gegen Deinen Porsche"
So ganz wollte Ex-Rallyweltmeister Walter Röhrl da doch nicht
mitmachen, vermutlich lag es daran, dass ihm der Porsche gar nicht
gehörte.
Das Buch hat
es ihm jedenfalls angetan - er ist ja auch selbst als Radler und Biker
oft sehr engagiert unterwegs. In der Gegend Saalbach/Hinterglemm ist
kaum eine Alm vor seinen strammen Waden sicher. |
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(15.4.2003)
Es
ist geschafft - durchgekommen beim
"Marathon des Sables" (MdS).
Und das als sensationeller 28.
Es
war ein Versuch, ein Abenteuer, Viele sagten eine Idiotie:
ich, der Radfahrer, plötzlich als Läufer unterwegs?! Meine
Herausforderung war es zu sehen, inwieweit ich "mit dem Kopf
laufen kann".
Die
Anreise war schon ein Abenteuer, die letzten Kilometer mehr als
600 Männer und rund 70 Frauen aus 32 Ländern auf LKW-Ladeflächen
zusammengepfercht, im Nichts in einem Bivak, nur mit Wasserrationen
(nicht ausreichend um sich zu waschen), sonst völlig auf sich
alleine gestellt, harter Boden, Sand, mit "irgendwelchen"
(nur Kurt war mir gut bekannt) 7 ähnlich Verrückten unter
der Plane der windigen Berberzelte (meiner Seel wurden wir ein Superteam!
wie sehr ist mir jeder ans Herz gewachsen)...
Überraschend
gut ging es mir bei Etappe 1 - über 25km 49. mit vollem Gepäck
am Rücken.
Leider hatte ich schon an beiden großen Zehen satte Blasen
- so was hatte ich im Training noch nie, auch nach 170km in der
Woche...
Die
2. Etappe war vielleicht die schönste, 16 von 34 km verliefen
durch die größten Dünen Marokkos - grandios. Ich
versuchte meine Blasen zu schonen, trotzdem gelangte ich zum Ende
der Etappe immer weiter nach vorne - je schwerer es wird, desto
besser läuft es mir (woran das wohl liegt??? kugus :-) ), so
blieb ich gesamt 49.
Meine Blasen waren jetzt sehr symmetrisch, schon häßlich
zum Anschauen und sie begannen in der Nacht immer heißer zu
werden. Doch in der reizvollen Umgebung und in dem motivierenden
Lagerleben ließ ich mir die Laune nicht vermiesen...
Auf
der 3.Etappe (38km) wollte ich jedenfalls gesamt außerhalb
der ersten 50. fallen, um auf der folgenden Königsetappe nicht
erst zu Mittag mit den Superstars starten zu müssen. Allerdings
brauchte ich gar nicht zu taktieren - mir ging es so schlecht, ich
konnte kaum laufen, meine Zehen tobten, ca.90 Minuten angehender
Sandsturm in einer öden Mondlandschaft machten mir erstmals
auch mental zu schaffen. Am letzten Berg vorm Ziel überholte
ich zwar 20, bergab verlor ich wieder 30 Positionen - speziell bergab
schoben meine Zehen zu viel nach vorne, am liebsten wäre ich
rückwärts gelaufen. Gesamt fiel ich auf Platz 69 zurück.
Im Ziel ging ich gleich zu den DocTrotters - dem Ärzteteam.
Vorm Zelt öffnete ich die Verbände, es spritzte unter
den Zehennägeln hervor, ich fiel hintenüber, die 10 Läufer
die vor mir warteten ließen mich vor, sie konnten/wollten
das nicht mehr mit ansehen (wenn sie geahnt hätten, was ich
am nächsten Tag vollbrachte :-)). Die Ärztin tat was zu
tun war - ich haßte sie anfangs dafür. Sie drückte
auf die großen Zehennägel um alles rauszudrücken,
beim rechten stieß sie noch mit einer Nadel unter den Nagel
um alles heraus zu bekommen und das Desinfektionsmittel hinein...
Außerdem bekam ich Antibiotika verpaßt um vor einer
Blutvergiftung zu schützen. Meine sportlichen Ziele waren dahin...
Die
Königsetappe (82km) begann ich trotzdem motiviert, aber nach
wenigen Meter zeigte sich das Faktum: ich konnte kaum gehen. In
Kürze war ich um Platz 300 - bei den Fußmaroden (wohlgemerkt:
die besten 50 starteten 3 Stunden hinter uns, diese muss man immer
noch hinzuzählen). Doch dann besann ich mich und wollte nach
vorne - plötzlich begann auch das Schmerzmittel zu wirken.
Nach 12km bin ich ca. 110. Nach 24km schon 50.
Beim Checkpoint 3 nach 34km bin ich mit einer größeren
Gruppe unterwegs, verlasse aber schon eilends als 4. diese Wasserausgabestelle.
Ab jetzt ist jeder meist alleine unterwegs - ich kann mich endlich
auf die Schönheit der Natur, und auf mich konzentrieren. Meine
Kräfte wachsen, trotz dem sicher schwächenden Antibiotika-Einfluss.
Bei Checkpoint 5 hole ich den führenden Engländer Toby
Till ein. Auf dem ausgetrockneten Salzsee, von Basaltbergen und
Dünen umgeben ("reizvoll" ist noch der mindeste Ausdruck
- eigentlich unbeschreiblich schön) versuche ich ihn zum Mitlaufen
zu motivieren, doch unsere Leistungskurven sind im Moment zu unterschiedlich.
Die letzten 30km ziehe ich alleine voll durch, im Bewußtsein
als erster das Ziel erreichen zu wollen, und den besten 50 die hinten
nach kommen ordentlich etwas vorzulegen (9Std. 55Min.). Nur 12 (5
davon in meiner Klasse) von ihnen sollten dann schneller sein als
ich. In der Gesamtwertung finde ich mich plötzlich auf Rang
27. Ich bin riesig stolz auf meine gelungene mentale Leistung...
Die
5. Etappe über 42km und die Abschlussetappe über 22km
hab ich noch ordentlich zu kämpfen, kann aber einen 28. Gesamtplatz
(12. in meiner Klasse) halten.
Danke speziell auch an Kurt Dannbauer, meinen treuen Gefährten,
der mir besonders nach der 3.Etappe motivierend zur Seite stand.
Er wurde bemerkenswerter 171...
Es
gibt so viele Ebenen auf denen Bemerkenswertes und Einzigartiges
passierte (Natur, Einheimische, Bivak, Team, Rennen, mental...),
dass ich hier aus Platzgründen enden muss. Ich werde Vorträge
machen (die noch besseren Dias von Johann Fesl hab ich hier gar
nicht verwendet. Wer einen Vortrag
in seiner Gegend organisieren will - bitte gleich bei mir melden
- lass uns gleich einen planen!).
Und vielleicht schreibe ich ja auch wieder ein Buch
...
Endbericht
von SportON und ÖsterreichON mit link zu Detailberichten
kleiner
Bericht von SportON und SalzburgON
zu
einer ersten Auswahl von Fotos
zu
den kurzen Videos für leistungsstarke Internetverbindungen
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(1.4.2003)
Abschied
von Salzburg - Vorfreude auf das Abenteuer in der Sahara
Am
Donnerstag 3.April fliegen wir von Frankfurt ab, am Sonntag 6. ist
der Start zu unserem großen Abenteuer 2003 dem "Marathon
des Sables" (MdS). Dazu noch einmal die Eckdaten:
* der härteste Laufevent der Welt
* auf Sand, Dünen und Felsen mit "route-book"
* Oasen und Sandstürme
* 6 Tage durch die Sahara, Einzeletappen mit Gesamtwertung
* 230 km auf sich allein gestellt, mit ca. 10kg Gepäck, Verpflegung,
Kleidung, Schlafsack, Schlangenbissset, Kompass, Leuchtrakete...
* Königsetappe über 80 km nonstop durch die Wüstennacht
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Die Devise
lautet: Durchkommen!
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(10.2.2003)
Die
Wüste - meine neue "Freundin"
Schon
beim "Race Across
America" war ich 1999 im Flirt mit der Wüste. Mehr als 50
Grad in Californien und Arizona waren mein Begleiter. Und trotzdem hatte
ich damals die Wüste noch eher "links liegen" gelassen,
quasi verschmäht. Heuer gilt es, sich ihr echt zu stellen - sie wirklich
zu durchqueren, als Selbstversorger, eine Woche lang, nur mit der Kraft
meiner Beine und der Stärke meines Willens.
Deshalb hab
ich die Wüste jetzt schon einmal für mein Training besucht -
unser erstes wirkliche Rendezvous. Und wir haben uns schon gut angefreundet,
das wird kein one-night-stand, sondern eine gute Langzeit-Beziehung. Unser
nächstes Rendezvous ist der Renneinsatz im April ("Marathon
des Sables").
Wir sind guter Dinge. Für meine Füsse habe ich mich aber entschieden,
sie doch vor dem Wüstensand zu schützen mit speziellen Überschuhen - bei
aller Liebe.
Runter geht's
ja noch leicht, aber die Dünen hinauf ist Schwerstarbeit, mit grandioser
Aussicht.
zu
den Fotos
zu
den kurzen Videos für leistungsstarke Internetverbindungen
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(1.1.2003)
2003
im Zeichen des "Marathon des Sables"
(MdS)
Nachdem
ich beim Ironman 2002 so viel "Spass" gehabt habe, hat mich
eine neue Herausforderung zu "jucken" begonnen - einfach einmal
einen großen Lauf zu absolvieren, mit einem erheblichen Abenteuer-Anteil.
Dabei sind die Schilderungen von Kurt Dannbauer, dem Freund meiner Ex-Schwimmtrainerin
Nicole, auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hatte sich 2002 darauf vorbereitet,
war aber wegen einer Fussverletzung nicht angetreten.
Für
2003 haben wir uns nun angemeldet und sind guter Dinge. Es ist zwar ein
Einzelbewerb, wo jeder auf sich alleine gestellt ist, auch sein muss,
sonst wird man sofort disqualifiziert, aber es ist einfach bei der Vorbereitung
und beim Rennen selbst "lustiger" wenn man zumindest einen bekannten
Gleichgesinnten um sich hat.
Die
Eckdaten des "Marathon
des Sables" (MdS):
*
der härteste Laufevent der Welt
* auf Sand, Dünen und Felsen
* Oasen und Sandstürme
* 6 Tage durch die Sahara
* 230 km auf sich allein gestellt
* Königsetappe über 80 km
* durch die Wüstennacht
Die Vorbereitungen
"laufen" - im wahrsten Sinn des Wortes - Anfang April wird es
dann "ernst"
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Archiv
- ältere, interessante Berichte:
Ironman-Finisher
2002
2001
"Hobbyradler" - und trotzdem Weltklasse!
"Race Across The Alps" (RATA) 2001
Sieg bei "Silberreiher-Trophy", 24Stunden-Radrennen
mit rund 1.000km und 40km/h 2001
Vizeweltmeister bei der 24-Stunden-Rad-WM 2000 in Davenport
/ Iowa Sept.2000
"Race Across America"
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Ironman-Finisher
2002
Weil
mich einfach so viele wieder gefragt haben, möchte ich doch noch einmal
eine Meldung an die große community schicken.Ja, ich hab zwar den Leistungssport
(vorläufig - man weiß ja nie :-) ) beendet, aber als Hobbysportler
wollte ich mir doch noch einen Ironman „reinziehen“ – so lange mein Leistungsniveau
der Vorjahre sich nicht ganz verflüchtigt.
Anfang
Juli war es dann soweit, beim Ironman in Klagenfurt.
Trainiert
hatte ich nicht viel (eigentlich eine Frechheit gegenüber dem event –
schäm!): Schwimmen grad soviel, dass ich es erlernt hab ohne abzusaufen,
Radeln 1-2 mal die Woche eher kurze Distanzen, Laufen 1mal die Woche in
die Arbeit (15km) hin und retour, und gelegentlich einen Morgenlauf mit
Christiane.
Mein
Ziel war einfach nur finishen (17Stunden Zeitlimit ist lächerlich – nein,
weit gefehlt, ist es nicht), aber in 12-14 Stunden sollte es sich schon
ausgehen, denn zu lange wollte ich Christiane doch nicht warten lassen.
So locker (naiv?) wie ich an das Ganze ran ging, so hart ist ein Ironman
dann tatsächlich in der Durchführung.
Nach
dem Schwimmstart (über 1.800 Teilnehmer) ging ich es einmal langsam und
vorsichtig an, bin in dem Tumult auch „gebrustelt“ um nicht unterzugehen,
dann kam ich in meinen Rhythmus, wurde immer schneller, und war nach 1:19
für 3,8km locker beim 1.Wechsel als 1255er. Beim Schwimmen hatte ich vorher
ärgste Bedenken es überhaupt zu schaffen, dann hab ich das aber mit dem
„Kopf“ und Trainerin Nicole, und auch Tipps von Franz Höfer ganz gut hingekriegt.
zu
den kurzen Videos für leistungsstarke Internetverbindungen
(Wechselzone
und Radsession - bei 1.800 Teilnehmer fast eine Kunst so ohne Windschatten)
Das
Radeln war einfach ein Genuss, es ist ja doch mein Metier. Ich weiß nicht
wieviele 100 ich überholt hab. Windschatten ist ja nicht erlaubt, das
nehmen manche nicht so genau, trotz Rennkommissare und Strafandrohung.
Oftmals hatte ich ganze "Trauben" von Fahrern hinter mir. Ich
hatte nie die Chance jemanden zu finden von dessen Windschatten ich profitieren
hätte können, die richtig Schnellen sind wesentlich weiter vorne aus dem
Wasser gestiegen. So blieb es bei 4:55 für 180km (36,6 Schnitt). Damit
hab ich zumindest die inoffizielle Klasse der „Bein-Unrasierten“ und "Nicht-Windschattenfahrer"
gewonnen. Obwohl auch hier 131 „echte“ schneller waren als ich – tja,
„von nix kommt bekanntlich nix“.
Aber
dann war „eh nur mehr ein kompletter Marathon“ zu laufen. Ich war mittlerweile
an einer Position angelangt, wo ich einfach nicht hingehörte. Ständig
wurde ich von „echten Triathleten“ überlaufen. Aber ab 10km war ich halbwegs
auf Zug gekommen, obwohl mir die Beine schon ordentlich weh taten. Plötzlich,
bei 19km, nach einer Pinkelpause, als ich mich wieder in Bewegung setzte,
ein Stich im rechten Knie, beim Außenband, und vorbei war´s mit der Fröhlichkeit,
ich knickte ständig ein, zwang mich aber zum Weiterlaufen, ich wollte
nicht stehenbleiben, auch nicht gehen, im vorsichtigen Laufschritt mit
ständig stechenden Schmerzen kam ich langsam weiter („... und bewege ich
mich, so komme ich weiter...“ – verdammt noch mal, wo hab ich das schon
mal gehört, mir fällts nicht mehr ein ***g***).
zu
den kurzen Videos für leistungsstarke Internetverbindungen
Als
ich trotzdem immer wieder andere überholte die standen oder gingen, strich
ich das Wort „Selbstmitleid“ aus meiner Gedankenwelt, und siehe da – es
ging wieder besser. Mit einigen Höhen und Tiefen, und guter Unterstützung
durch Christiane kam ich dann doch noch ins Ziel. Die letzten 5 km waren
nur mehr „geil“, es war generell super Stimmung an der Strecke, aber beim
Ziel läufts einem nur mehr kalt über den Rücken, einer toller event. 4:15
für den Marathon klingen nicht gut (716.Platz), aber innerhalb eines Triathlon
war es für mich, mit schrecklich wenig Trainingsaufwand, schon ok.
So
wurden es 10:38 (472.Platz) für den Ironman – damit bin ich als Hobbysportler
mehr als zufrieden. Ich habe am Sonntag 2 Ironman bestritten, den ersten
und den letzten. Ich hab das ganz einfach abgehakt – toll war´s. Vorher
dacht ich mir, es sei nix besonderes „irgendwie“ zu finishen, mit Zeiten
so knapp vor dem Limit von 17 Stunden, jetzt seh ich das anders, auch
wenn einige den Marathon nur mehr gehen. Gesundheitlich ist das ganze
unbedenklich, sofern kein Doping im Spiel ist, und ein bisserl Gefühl
für den eigenen Körper intakt ist. Jeder hat eine tolle Selbsterfahrung
gemacht, und eine schwer vorstellbare Leistung 3,8km schwimmend, 180km
radelnd, 42km laufend/gehend – auch die Hinteren sind Ironman/woman!
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Archiv der Berichte
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2001
"Hobbyradler" - und trotzdem Weltklasse!
Was mir 2001
"aufgegangen" ist, war mehr als ich erwarten durfte. Auf den
Sieg bei der Silberreiher-Trophy hab ich zwar hingearbeitet, aber dass
ich 949km mit, für mich selber schier unglaublichen 40km/h radeln
konnte, war "ein Wahnsinn". Nach dieser Extrembelastung ging
ich mit dem Ziel "einfach Durchkommen" an den Start des "Race
Across The Alps". Dass ich nur 3 Wochen später ausreichend erholt
sein würde um "vorne mitzumischen" schien aussichtslos,
schließlich war die Weltelite am Start. Der 3.Platz war für
mich dadurch eine zwar hart erkämpfte aber trotzdem unverhoffte Krönung
der Saison 2001.
Mit "kugus"
ist es mir gelungen meine Systeme "Beruf-Sport-Familie"
im Einklang, und "Körper-Geist-Seele"
in Harmonie zu halten.
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Archiv der Berichte
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"Race
Across The Alps" (RATA) 2001
Eine Hochschaubahn der Gefühle
31 ausgewählte
Extremsportler starten in Nauders um 12Uhr Mittags bei Sonnenschein. Gut
15 davon haben die Klasse diese erstmalige Austragung des RATA über
508km nonstop mit mehr als 12.200 Höhenmetern zu gewinnen.
Bei der Anfahrt zum Stilfser Joch ist es mit der wettermäßigen
Herrlichkeit vorbei. Weltuntergangsstimmung: ab 2.000 m Seehöhe oberhalb
der Baumgrenze, Serpentinen in den steilen Flanken und Geröllhalden
des Berges, zuerst Regen und Wind, bis zur Passhöhe auf 2.750m wird
daraus ein Szenario aus Graupelschauern, Schneeregen und orkanartigem
Sturm. Ich friere wie ein "Lampelschwaf", aber bis oben gilt
es auszuhalten.
Passhöhe: 1. Gerrit Glomser, 2. Jörn Schwarzkopf (D), 3. ich,
4. Marko Baloh (Slovenien)...
Die Positionen verschieben sich bereits vor der Abfahrt, weil der eine
länger oder kürzer braucht um sich wieder aufzuwärmen und
ordentlich "einzupacken" für die nasse, brandgefährliche
Abfahrt, 20km bis Bormio.
Bei der Auf- und Abfahrt zum Gavia-Pass (2.650m) fällt der Faktor
"Kälte" um ein paar Grade besser aus, sodass es "nur
mehr" regnet. Es führt weiter Glomser, 2.Paul Lindner, 3. Marcel
Knauss (FL), 4. Schwarzkopf, 5. Ivan Dotto (I), 6. ich.... Wolfgang Fasching
und Baloh haben von der Passhöhe Stilfser Joch viel Zeit verloren.
Z.B. Der Amerikaner Rick Kent ("Race Across America" - Finisher)
liegt bereits über 2 Stunden hinten.
Bei der Anfahrt zum Mortirolo hab ich Gegenwind und kurzfristigen Besuch
von Thomas Widhalm. Er schließt zu mir auf, fällt aber gleich
wieder zurück weil er eine Pause einschieben muss.
Der Mortirolo gilt als der schwerste Pass der Alpen. Der Scheitelpunkt
liegt zwar nur auf 1.890m, allerdings sind die 1.350 Höhenmeter vom
Tal innerhalb von nur 10km zu bewältigen. Das entspricht einer durchschnittlichen
Steigung von 13,5%. Wobei der Mittelteil mit Rampen von bis zu 22% besonders
in die Glieder geht.
Anfangs der Steigung kann ich einen lockeren Tritt halten und mit 39x27
locker an Dotto vorbeiziehen. Meine Kohlenhydrat-Reserven reichen allerdings
nicht bis ganz oben, meine Trittfrequenz fällt unter 60, und Dotto,
der das Rad gewechselt hat auf eine noch kleinere Übersetzung, zieht
an mir vorbei. Am Zenit sehe ich alle
Kontrahenten bis auf Glomser und Lindner die vor mir sind noch bei Beendigung
Ihrer Umziehpause. Ich bin weiterhin 6. Die erste Übelkeit überkommt
mich bei meiner Nahrungsaufnahme. Diese Riesenmengen, die mein Körper
braucht stehen im Widerspruch zur hohen Intensität der Bergauffahrten
bei denen das Essen und Trinken einfach nicht mehr möglich ist. Die
enge Abfahrt ist glücklicherweise trocken. Am nächsten, relativ
leichten Aprica-Pass bekomme ich eine Suppe die den Magen beruhigt. Die
lange Abfahrt auf 300m Seehöhe kann ich noch bei ausreichend Tageslicht
absolvieren bevor die Nacht hereinbricht.
Jetzt beginnt der längste Anstieg des Rennens, der Bernina-Pass,
2.000 Höhenmeter in einem Stück. Aber jetzt kommt wieder Leben
in die Rennsituation, denn ich sehe in der Ferne die Lichter von Begleitfahrzeugen
von Rennfahrern vor mir, das gibt natürlich Motivation. Zuerst kämpfe
ich mich an den Liechtensteiner Marcel
Knauss heran, ein Trainingskollege vom heurigen "Race Across America"-Sieger
Andrea Clavadetscher. Der Italiener Ivan Dotto muss als nächster
daran glauben.
2000 war er in Iowa ein sehr unangenehmer Gegner bei der 24-Stunden-Rad-WM,
die ich nach hartem Kampf als 2. einen Platz vor ihm beenden konnte. Jetzt
bin ich 4. und der Deutsche Jörn Schwarzkopf liegt kurz vor mir.
Aber der ist eine wahrlich harte Nuss, ein Kämpfer der Sonderklasse,
ein guter Rennfahrer sowieso. Über
viele Kilometer hält er bergauf einen Vorsprung von nur 50m, es ist
ein Psychokrieg. Werde ich um einen Kick schneller, wird er es auch, der
Abstand bleibt gleich.
Schließlich nehme ich all meine Kraft zusammen und mache einen Zwischenspurt,
schließe auf, grüße in freundlich, er retour, und vorbei
bin ich. Das ist ein gefährliches Unterfangen, es könnte ein
schwerer Rückfall von mir folgen, aber ich spekuliere damit, dass
Jörn vorher zusammenbricht nach diesem psychischen
Dämpfer. Doch die nächsten Kilometer sehen anders aus als geplant,
er bleibt konstant 100 Meter hinter mir, als ob er nur auf eine Schwäche
von mir wartet. Den Gefallen will ich ihm nicht tun. So nehme ich auch
bergauf immer wieder 3 Schluck meiner Kohlenhydrate zu mir, immer wieder
zwinge ich mich dazu "3 Schluck für
den 3.Platz". Und so gelingt es mir tatsächlich den Vorsprung
langsam zu vergrössern, die Passhöhe auf 2.350m zu erreichen,
und ich bekomme noch dazu Paul Lindner ins Visier. Meine Pause auf der
Passhöhe ist sehr kurz, und schon nach wenigen Kilometern der Abfahrt
hole ich "Pauli" ein. Leider kann er meine
Einladung zur Zusammenarbeit bis zum Albulapass nicht annehmen, er ist
zu sehr "gschossen". Ich bin nun zweiter, 30 Minuten hinter
dem Klasseprofi Glomser, und er hat eine Schwächephase nach der anderen,
sodass der Vorsprung schmilzt. Mich umfängt Euphorie "fahr so
weiter, dann kannst das RATA sogar gewinnen", rede ich mir ein. Wir
sind im Engadin in der Gegend von St.Moritz. Die flache Abfahrt lang mache
ich hohes Tempo. Leider muss ich mich alleine gegen den Wind stemmen.
Und so passiert es, dass ich mich zwar gut ernähre aber schon am
Beginn des Albula-Pass einen Schwächeanfall erleide. Ein Fahrer taucht
hinter mir auf, zu meiner völligen Überraschung ist es Marko
Baloh der gleich darauf unwiderstehlich an mir vorüberzieht. Mir
bleibt nur ein freundlicher Gruss und ein "good luck". Vor 3
Wochen war er ein harter Konkurrent bei der "Silberreiher-Trophy",
die ich vor ihm gewinnen konnte. Wir beide hatten uns die Frage gestellt
ob die Erholungszeit bis zum RATA reichen würde. Bei ihm scheint
es wieder ganz ordentlich zu "rollen", bei mir gerade nicht
mehr. Obwohl der Albula nicht sehr steil ist, muss ich ihn durchgehend
mit meinem Rettungsring 39x27 fahren, und das mit einer lächerlichen
Trittfrequenz. Ich bin am Boden zerstört, vorher noch Gedanken an
den Sieg, jetzt eher an eine Aufgabe. Ich bekomme einfach zuwenig Kalorien
hinunter, ich kämpfe mit Übelkeit und Kreislauflaufproblemen.
Dass mich bis zur Passhöhe nur "Pauli" einholt, wundert
mich. Wir wechseln ein paar Worte. Er erzählt mir, dass er Atemprobleme
hat, mir ist allerdings klar, dass er einfach "kopfmässig"
völlig erschöpft ist. Meine Pause ist wieder kürzer als
seine, und so stürze ich mich weiter als dritter in die Abfahrt.
Und diese ist ein absoluter Horror, zwar trocken, aber eng, auf sehr schlechtem
Asphalt, ruppige 30 Kilometer lang. Jeder Meter dieser Abfahrt tut mir
weh. Nicht nur durch die "Steuer- und Haltearbeit" für
den Körper, sondern auch für den Kopf, da ich weiß, dass
der nächste Pass gleich hoch ist wie der Albula, und ich jeden Meter
den es jetzt hinuntergeht wieder hinauffahren muss. Auf 700m Seehöhe
beginnt die Steigung zum Flüela-Pass. Zuerst moderat bis Davos. Dotto
kommt vorbei, ein kurzer Gruss und weg ist er, keine Chance im Windschatten
mitzufahren, der Leistungsunterschied ist zu gross. Plötzlich, aus
heiterem Himmel (es ist Nacht und mittlerweile sternenklar) schließt
Fasching zu mir auf. Auch ihn hatte ich zu früh abgeschrieben, aber
er ist in diesem Metier ein Klasseprofi. Außerdem hat er eine "Scharte"
von vor 3 Wochen auszumerzen. Wir unterhalten uns etwas und fahren die
flachen Kilometer bis zum wirklichen Anstieg des Flüela gemeinsam.
Dort zieht er mir unwiderstehlich davon. Jetzt kommt nicht nur der Vollmond,
sondern auch der Tag bricht langsam herein, und ab 1.800m Seehöhe
bewegen wir uns in einer baumlosen, gespenstischen Gesteinswüste.
Das Betreuerfahrzeug vom "Pauli" schließt zu mir auf,
und er selbst grüßt aus dem Fenster. Ich bin ehrlich entsetzt,
und es tut mir leid, dass er aufgegeben hat. Ich erinnere mich an das
"Race Across America" 1991 als ich auch meine Schwächephasen
nicht verkraften konnte und vorschnell das Handtuch warf. Diese Erfahrung
muss "Pauli" jetzt machen, morgen wird er sich für seine
Aufgabe "in den Hinten beissen", und das nicht nur einmal. Solche
Schwächephasen durchzustehen sind die wahren Chancen für eine
persönliche Weiterentwicklung. Obwohl es auch Momente gibt wo es
richtig ist aufzugeben. So war zB meine Aufgabe beim RAAM 2000 die einzig
richtige Entscheidung.
Mühsam kämpfe ich mich hinauf, ich bin zwar ordentlich k.o.,
von Euphorie keine Spur, aber auch kein Gedanke mehr an Aufgabe. Der 5.Platz
ist doch auch ganz gut. Eigentlich wundert es mich keinen Verfolger weit
und breit zu sehen, aber die scheinen auch so ihre Probleme zu haben.
Die Abfahrt, wieder ins Engadin, ist ein einziger Geschwindigkeitsrausch,
bis zu "100 Sachen", da gilt es sich voll zu konzentrieren.
Und schon geht es den nächsten Anstieg hinauf, den Ofenpass. Ich
fahre wie eine Maschine, zwar nicht allzu schnell, aber kontinuierlich.
Zu meiner völligen Überraschung sehe ich oben einen alten Bekannten,
Ivan Dotto, wieder. Er liegt nur mehr 5 Minuten vor mir, mein Killerinstinkt
erwacht. Ohne Absteigen fahre ich
über die Passhöhe auf 2.150m, und fahre die Abfahrt am Limit.
Als
der Umbrailpass beginnt habe ich innerhalb 500m das letzte "Loch"
zu Dotto zugefahren, er ist stehend k.o.. Auf der einen Seite tut er mir
leid, auf der anderen Seite will ich nun 4. bleiben. Darum ziehe ich mit
einer relativ lockeren Trittfrequenz Kehre für Kehre nach oben. Dotto
war schon öfter ein Stehaufmännchen, also muss ich weiterhin
auf Druck bleiben. Ich bin selbst verwundert wie gut mir das nach dieser
20stündigen Tortur noch gelingt. Als das Gelände baumfrei wird
sehe ich ganz weit oben einen Radfahrer, kann aber nicht glauben, dass
das ein Kontrahent von mir sein könnte. Glomser, Baloh und Fasching
hatten schon zu viel Vorsprung, und ich zu viele Schwächephasen als
dass ich mir noch Chancen ausrechnete einen einzuholen. Aber sicherheitshalber
bleibe ich noch auf Druck, man weiß ja nie. Auf über 2.500
m Seehöhe erreicht man den Umbrailpass, und gleichzeitig den Grenzübergang
nach Italien und die Strasse die weiter aufs Stilfser Joch führt.
Ich quäle mich die Serpentinen durch die Schneewände hinauf.
Und plötzlich habe ich die Gewissheit: nur mehr wenige Minuten vor
mir sehe ich Fasching - ist er noch zu packen? Ich versuche es, fahre
wieder ohne anzuhalten über die Passhöhe und riskiere in der
Abfahrt einiges - aber alles geht gut, trotz schlechter Strassen und dichtem
Verkehr. Trotzdem kann ich nach 30km Abfahrt nichts von ihm sehen, leider
auch nichts von meiner Betreuercrew die im dichten Verkehr steckengeblieben
sind. So ziehe ich meine warme Jacke aus, stecke sie mir einfach vorne
in die Hose, und streife die lange Hose nach oben, dass meine Waden wenigstens
etwas Kühlung durch den Fahrtwind bekommen. Ich muss lächeln
wenn ich mir meinen eigenen Anblick jetzt vorstelle: "...der 4. des
RATA im ärmellosen Unterhemd, Trägerhose, mit einem Bauch durch
die hineingestopfte Jacke, mit Helm...". So nähere ich mich
30km vor dem Ziel dem letzten Pass, dem Reschenpass, nicht sehr steil,
aber trotzdem noch einmal 600 Höhenmeter zum "Drüberstreuen".
Für alle überraschend sehe ich plötzlich Fasching mit seiner
Crew am Strassenrand beim Umziehen. Mit mir hatten sie nicht gerechnet,
das war eine Unachtsamkeit. Sofort schwingt er sich wieder aufs Rad, doch
mein Vorsprung wird immer größer. Ich habe jetzt nicht nur
einen physischen sondern auch psychischen Vorteil. Endlich kommt nun auch
meine Crew dahergebraust und ich kann meine "Bekleidungsmängel"
während der Fahrt bereinigen. Von dieser neuen Rennsituation sind
sie völlig begeistert. Ständig geben sie mir die Daten über
den wachsenden Vorsprung durch. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich
den Reschenpass am Ende noch so schnell hinauffahren könnte, aber
ich bin halt jetzt bei meiner "Hochschaubahn der Gefühle"
wieder einmal ganz oben angelangt. Und das hält die letzten Kilometer
bis ins Ziel. Völlig euphorisiert rasen wir ins Ziel und lassen uns
von einer johlenden Menge inmitten von Nauders feiern.
Wir haben durch alle Schwächephasen hindurch an uns geglaubt, und
ernten jetzt die Früchte unseres konsequenten Handelns.
Ergebnis:
1. Gerrit Glomser 22 Stunden 33 Minuten
2. Marko Baloh 23 Stunden 15 Minuten
3. Herbert Meneweger 23 Stunden 18 Minuten
4. Wolfgang Fasching 12 Minuten zurück
5. Jörn Schwarzkopf eine weitere Stunde zurück
6. Marcel Knauss
7. Richard Uhlschmied (D)
8. Ivan Dotto
usw.
Ich gratuliere jedem einzelnen Fahrer (17 von 31 haben das Ziel als "Offizielle
Finisher" erreicht) zu dieser für Aussenstehende unvorstellbaren
Leistung. Mein Danke gebührt meinem Betreuerteam Christiane Unterberger,
Dr.Kurt Moosburger und Franz Reinthaler. Sie haben mich auf meiner "Hochschaubahn
der Gefühle" nicht nur begleitet und betreut, sondern mir einfach
die Sicherheit gegeben, dass alles gut ausgehen würde, egal wann
und wie ich ins Ziel komme. Mit dem 3. Platz habe ich Ihnen etwas zurückgeben,
das auch sie freut und stolz machen kann. Danke auch an Brigitte Puttinger,
die von meiner Crew als Kontrollorgan in ein anders Team gelost wurde
und an Herbert Forster, der seinerseits von einem anderen Team in unser
Betreuerauto als Kontrolleur hinzukam und tatkräftig mithalf. Danke
an meine Frau Christiane, die es schon so lange toleriert, dass ich neben
meinem Beruf meinem Hobby "Extremradsport" frönen kann.
Ich habe es mit Methoden des "kugus" innerhalb einer Welt von
Profis geschafft mich in der Weltspitze zu etablieren ("Race Across
America", 24-Stunden-WM Iowa, "Silberreiher-Trophy" und
weitere 24-Stunden-Rekorde), das ist mir eine große Genugtuung.
Aber das wichtigste ist, dass ich in meinem System "Körper,
Geist und Seele" eine hohe Harmonie erreicht habe, denn das bestimmt
die Lebensqualität.
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Archiv der Berichte
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Sieg
bei der "Silberreiher-Trophy", 24Stunden-Radrennen mit rund
1.000km und 40km/h 2001
mit
Chrisu und Wolfgang Fasching vor dem Start, (c)Franz Baldauf
Ich hätte
es vorher selber nicht für möglich gehalten: den Sieg schon,
aber nicht mit 949km. Auf 24-Stunden sind es genau genommen 946km, weil
die letzte Zieleinlauf-Zeit 24Stunden und 5Minuten war. Zweiter wurde
der Slowene Marko Baloh (912km) vor dem Deutschen Reinhard Schröder
(839km). Wolfgang Fasching musste sich dieses mal abgeschlagen,
mit 550km begnügen.
Wäre es möglich gewesen den Weltrekord von 985km zu packen?
Nein (war auch kein Ziel von mir), denn es war zu windig, zuviel Regen
(gefährliche Kurven) und ich hatte keine Mannschaft (keine Pacemaker).
Obwohl ich mich natürlich des Windschattens der schnellen Staffelfahrer
"bediente". Es ist ein offenes Geheimnis, dass bei einem Massenstart
mit Staffelfahrern die Chance darin besteht deren Windschatten zu nutzen
- nur wer hält das 24 Stunden durch? Die 4 Staffelfahrer wechseln
jede Runde (35km), sind richtig angezogen, voll verpflegt, massiert, mit
montiertem Licht, ausgeschlafen... - und fahren eine Runde am Anschlag.
Als 24-Stunden-Radler hast du keinerlei Pause oder du musst auf die nächste
(natürlich langsamere) Staffel warten, oder selbst gegen den Wind
ankämpfen - nur so fährt man keine 40km/h über so lange
Zeit.
Das heißt, alles muss am Rad passieren: Umziehen (Nacht-Tag, Regen
- Trocken), essen und trinken sowieso, dehnen, pinkeln, Licht montieren
(x-mal wechseln), schlafen? - und das bei ziehmlich konstant 40km/h -
keine 5 Sekunden Pause - sonst ist man weg.
Rennverlauf:
Hektische Anfangsrunden, 40 24-Stunden-Einzelfahrer drängeln sich
in einem großen Feld um die 20 Staffelfahrer. Nach rund 60km holen
wir die schnellsten vor uns gestarten 12-Stunden-Einzelfahrer ein, andere
Fahrer sind schon "abgerissen", somit sind 80 Radler im großen
Feld. Nach 100km beginnt sich die Spreu vom Weizen zu trennen, nach der
10km langen Windkante von Illmitz nach Podersdorf (nicht umsonst der Ort
der Kite-Surf-WM) sind nur mehr sechs 24er, drei 12er und rund 15 Staffelfahrer
in der Spitzengruppe. Bisher wurden die Runden mit 40-45 km/h absolviert,
plötzlich herrscht jedoch Uneinigkeit bei den Staffelfahrern und
das Tempo stagniert. Marko Baloh, Mario Sztosics und ich attackieren aus
diesem Feld, etwas was
grundsätzlich völlig irrig ist, weil wir alles Einzelfahrer
sind und nun selbst gegen den immer stärker werdenden Wind ankämpfen
müssen. Unser Ziel ist es, dass sich die Situation klärt, d.h.
nachdem sich die Spitzengruppe nicht mehr einig war, sollten nun die stärksten
Staffelfahrer auch attackieren und zu uns aufschließen ohne dass
andere Einzelfahrer mitfahren können. Glücklicherweise passiert
genau das: nach 70 harten Kilometern schließen die zwei stärksten
Staffelfahrer zu uns auf. Sztosics ist 12-Stunden-Fahrer und beteiligt
sich auch weiter an der Führungsarbeit, wir 24er, Baloh und ich,
tun dies ab nun nur mehr im Notfall. Sztosics beendet um 20 Uhr sein Rennen
als Sieger des 12-Stunden Rennens. Immer wieder fahren überrundete
Fahrer in der Gruppe mit und fallen wieder ab, es ist immer etwas los.
Um 21 Uhr muss Baloh vom Rad, eine kleine Schwächephase nutzt er
auch zur Lichtmontage am Rad. Ich kämpfe zwar ständig, kann
aber immer "das Hinterrad halten" und habe auch ein Lichtsystem
das mir die Montage während der Fahrt erlaubt.

verfolgt
von Baloh und Fasching, (c)Franz Baldauf
Meine Betreuer
Christiane Unterberger und Brigitte Puttinger reichen mir bei jeder Rundendurchfahrt
das Richtige (Essen, Trinken, Kleidung, Licht). Wir kommunizieren fallweise
via Handy. Aber jedenfalls, Baloh ist weg. Wenn ich es nun schaffe die
restlichen (eh nur mehr) 13 Stunden dran zu bleiben, 40km/h zu halten,
keinen Tritt auszulassen... - dann kann ich gewinnen. Baloh hat sich erholt
und bei einer hinteren Staffel eingeklinkt. Der Abstand wechselt, wird
aber langsam größer. Um Mittenacht ist bei mir der Ofen völlig
aus. Ich halte den Stress (immer dran bleiben müssen) nicht mehr
aus, nach 14 Stunden im Sattel bin ich doch auch schon müde. Ich
bin zwar 30Min. vor Baloh, aber wenn man leer ist hilft das gar nichts.
Dann stell ich mir diese große Trophae vor: ein 1 1/2 Meter hoher,
aus Stahl geschnittener Silberreiher auf Granitsockel. Als ich ihn am
Vorabend sah hat er mir gleich gefallen und ich wollte ihn meiner Frau
als Gartenskulptur mitbringen. Ich entschließe, wieder mehr zu trinken,
zu essen, auch wenn jetzt wieder die stärksten Fahrer der Staffel
drankommen und wir mit 42km/h durch die Nacht düsen. Die nächste
Staffelbesetzung ist dann wieder zum "ausrasten", 35km mit 38km/h....
Bis 3 Uhr früh fahr ich in einem Dämmerzustand ("nur nicht
zuviel denken, einfach nur radeln") - dann ist es soweit - ich überrunde
als letzten aller Fahrer auch Baloh. Jetzt ist es eine völlig andere
Ausgangssituation: ich muss nicht mehr unbedingt die schnellste Staffel
halten sondern nur mehr ihn. Von der Last befreit gelingt mir ersteres
aber um vieles leichter. Auch wenn es ab 4 Uhr früh fast durchgehend
regnet. Ich komme ohne Defekt und Sturz durch, da gehört auch Glück
dazu. Oder ist es doch nur das Glück des Tüchtigen? In den glitschigen
Kurven gab es einige Stürze, auch mein Hinterrad wollte einmal das
vordere überholen.
Hatte ich um Mitternacht noch jede einzelne mühsame Minute heruntergezählt,
so verflogen jetzt die Stunden geradezu bis zum Zieleinlauf um 10Uhr,
nach 24 Stunden und 5 Minuten. Nach meinem RAAM 99 und Vize-Weltmeister
2000 ist ein weiterer sportlicher Traum wahr geworden: eine außergewöhnliche
Leistung im Heimatland zu erbringen. Mit der selben Kilometerzahl wie
die schnellste Vierer-Staffel erreiche ich gemeinsam mit Marko Baloh (zwar
eine Runde Rückstand, aber ein großartiger Sportsmann, den
Namen sollte man sich merken) das Ziel. Dreckig bin ich wie der Sieger
nach Paris-Roubaix.
Übrigens:
* Im Garten steht nur ein kleiner Silberreiher aus Stahl, die große
Skulptur ist zu wertvoll und steht deswegen im Wohnzimmer.
* Gonso-Bekleidung (richtig bei warm-kalt, trocken-nass), Simplon-Rad
(schnell+zuverlässig), Enervit-Ernährung (energiereich+bekömmlich),
Vita-Club (Training+Regeneration).
* Das einzige was am Tag danach an die große Belastung erinnert
ist mein verspannter Nacken, sonst alles okay.
Dazu
ein Bericht
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Vizeweltmeister bei der 24-Stunden-Rad-WM 2000 in
Davenport/Iowa Sept.2000
Der Amerikaner
Danny Chew war an diesem Tag nicht zu besiegen, das unterstrich der 38-jährige
mit einer eindrucksvollen neuen WM-Bestleistung von 810km. Damit löst
er Wolfgang Fasching als Weltmeister ab.
Mein 2.Platz war mehr als ich erwarten durfte, besonders da ich mit 778km
einen neuen Österreichischen Rekord aufstellte. Faschings Rekord mit 776km
hab ich dabei so nebenbei überboten.
Der in der Extrem-Radler-Szene völlig unbekannte Italiener Dotto
fuhr ein konstantes und beeindruckendes Rennen. Erst nach 21 Stunden verlor
er den Kontakt zu mir und fuhr seinen 3.Platz sicher nach Hause.
Der 2.Österreicher im Feld, Franz Venier aus Tirol fuhr stark und
konnte als 4. die "Race Across America"-Veteranen Buckley und
Kish auf Distanz halten.
Die RAAM-Finisher bestimmten trotzdem mit den Rängen 1, 2, 5 und
6 den Rennverlauf. Nur Mark Patten versagte als einziger RAAM-erprobter
mit Rang 31.
1. Danny
Chew USA 508 miles
2. Herbert
Meneweger AUT 483,432 miles
3. Ivan Dotto
ITA 471 miles (Qualified for RAAM 2001)
4. Franz
Venier AUT 466 miles (Qualified for RAAM 2001)
5. Tom Buckley
USA 454 miles
6. Rob Kish
USA 452 miles
7. Dan Jordan
USA 444 miles (Qualified for RAAM 2001)
8. Randy
Van Zee USA 433 miles
9. Arvid
Loewen CAN 415 miles
10. Jerry
Sears USA 406 miles(Qualified for RAAM 2001 age 60)
Thomas Miller USA 406 miles
Geschichte
des Rennens:
Seit 11 Jahren am selben Ort, seit 1996 als WM
Veranstalter:
UMCA (Ultra-Marathon Cycling Ass.), veranstaltet jährlich rund 50
Rennen (zB RAAM)
Strecke:
Durchwegs hügelig, 250km-Schleife zu Beginn, dann 25km-Runde x-mal.
Modus:
Einzelzeitfahren, gestartet wird im 10sec. Intervall, Sieger ist der mit
den meisten absolvierten Runden, bzw. Kilometern innerhalb von 24 Stunden
Meine Betreuerteam:
Christiane Unterberger und Alex Aichner, beide sind "Race Across
America"-erprobt
Rennverlauf:
"Eiskalter" Start um 6Uhr30. Schönes Wetter, allerdings
windig, teilweise böig. 2 Stunden lang "Geplänkel"
um die Spitze. Ich übernehme die Führung um meinen Rhythmus
finden zu können. Dotto und Venier folgen mit geringem Abstand. Venier
fällt nach 6 Stunden zurück, Dotto versucht mich stundenlang
zu zermürben. Wenn keine Offiziellen in der Nähe sind nützt
er öfters verbotenerweise meinen Windschatten. Ich versuche mich
nicht beirren zu lassen, weil ich meinen wirklichen Gegner Danny Chew
10 Minuten hinten mir kenne. Als ich nahe am verzweifeln über die
Stärke von Dotto bin, zeigt er nach 9 Stunden eine erste Schwäche.
Diese kann ich nutzen und schnell 5 Minuten Differenz erarbeiten. Doch
er bleibt "dran". Außerdem spüre ich auch die ersten
300km langsam in meinen Beinen und Danny macht langsam seinen Rückstand
wett. Der Ami schließt auf, erst nach 14 Stunden Fahrzeit muss ich
Danny ziehen lassen. Bei Stunde 16, mitten in der Nacht von Samstag auf
Sonntag versuche ich noch einmal in anzugreifen, muss nach 2 Stunden seine
Überlegenheit aber anerkennen. Dotto liegt immer noch nur 15 Minuten
hinter mir, eine gefährliche Distanz. Ich darf ihm keine Hoffnung
mehr geben, ziehe kontinuierlich durch und erhöhe auf 30 Minuten.
Er resigniert im richtigen Moment, denn 3 Stunden vor Schluss muss ich
das einzige mal nach einem Speichenriss kurz vom Rad. Dieser kleine Bruch
im Rhythmus reicht, dass extreme Knieprobleme auftauchen. Mit erheblichen
Schmerzen, aber den Triumph vor Augen trete ich weiter und komme nach
24 Stunden auf 778 km. Wir liegen uns den Tränen nahe in den Armen,
Christiane Unterberger, Alex Aichner und ich. Mein Team hat mich toll
unterstützt, mir immer das richtige gereicht, immer die richtigen
Worte parat gehabt - Vielen Dank!
Mit
Bildern von Iowa
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...und bewege
ich mich, so komme ich weiter....
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